P-10 ABCD Kreispostdirektion Chur, 1849-1997 (Bestand)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:P-10 ABCD
Ref. code AP:P-10 ABCD
Title:Kreispostdirektion Chur
Creation date(s):1849 - 1997
Contains:Der Bestand an Archivalien zum Bündner Postwesen reicht zeitlich von 1817, als die Bündner Regierung eine Reform der Postorganisation verabschiedete, bis 1979. Archivalien aus der Zeit des Ancien Régime, der Helvetik und der Mediation sind keine vorhanden. Zudem ist die Menge der Archivalien von 1927 bis 1979 beschränkt auf das Personalwesen (inkl. Postillone) und die Taxen und Tarife der Reisepost. Vor 1926 sind hingegen die Bereiche Personalwesen (insbesondere die Postillone) und Rechnungswesen wie auch Reise-, Brief- und Paketpost breit dokumentiert. Die Postführungsverträge bzw. die Verzeichnisse der Postführungsverträge sind über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren vorhanden. Damit ist die Konzessionsvergabe an lokale Anbieter breit belegt. Weiter bieten die Manuale der Bündner Postverwaltung bzw. der Bündner Generaldirektion mit dem ausgehenden Geschäftsverkehr von 1849 bis 1856 einen detaillierten Einblick in die Geschäftsführung der noch jungen Kreispostdirektion. Ein Grossteil des Bestandes besteht aus registrierten Unterlagen, verzeichnet in ZAC2 P-10 B, P-10 C, P-10 D.
Level:Bestand
Former reference codes:PAA

Information on extent

Running meters:33.00
Archival Material Types:Dossiers

Information on context

Name of the creator / provenance:Kreispostdirektion Chur
Administration history:Mit der neuen Bundesverfassung 1848 wurde das kantonale Postregal an den Bund übertragen und ab 1849 der Kanton Graubünden zusammen mit dem St. Gallischen Bezirk Sargans, aber unter Ausnahme des Bezirkes Moësa, als X. Postkreis geführt.
Verwaltungsstruktur:Nach dem Übergang des Postregals an die Eidgenossenschaft wurde das Postbüro- und Ablagennetz in Graubünden markant ausgebaut, von 32 Büros bzw. Ablagen 1850 wuchs die Zahl derselben bis 1900 auf 367. Die Verwaltung des X. Postkreises oblag der Kreispostdirektion (KPD), die ein Postdirektor leitete. Die KPD führte eine Altregistratur gemäss den Instruktionen der Generaldirektion. Die KPD war in die drei Unterabteilungen Kanzlei, Kasse und Kontrolle unterteilt. Dem Postdirektor waren Adjunkte, Kassiere, Kontrolleure und Bürochefs, Dienstchefs, Gehülfen, Kommisse und Angestellte untergeordnet. Der Postbetrieb wurde von Büros (I., II. und III. Klasse), von rechnungspflichtigen und nicht rechnungspflichtigen Ablagen und Agenturen (schweizerische Poststellen im Ausland) besorgt. Büros I. Klasse waren Haupt- und Filialpostbüros, die vom Kreispostdirektor oder einem Postverwalter geführt wurden und in denen der Betriebsdienst von mehreren getrennten Dienstabteilungen besorgt wurde. Geleitet wurden sie von einem Büro- oder Dienstchef, diesen zugeordnet waren Unterbüroschefs, Kommis und Angestellte. Die Büros II. Klasse waren Poststellen, die neben einem Vorstand noch mindestens einen festbesoldeten Beamten aufwiesen. Die Büros III. Klasse waren jene mit einem festbesoldeten Beamten, dem Posthalter. Ablagen wurden an Orten mit wenig bedeutendem Verkehr eingerichtet und von einem Postablagehalter geleitet. 1927 erhielten die KPDs die Kompetenz der selbständigen Wahl ihrer Unterbeamten.
Archival history:Der gesamte PAA-Bestand gelangte ab den 1950er Jahren nach und nach als Sammlungsgut in die PTT-Bibliothek, zuletzt Bibliothek und Dokumentation (BID). Aufgrund der Initiative von einzelnen Bibliothekaren wurden die Bestände der Generaldirektion und der ehemaligen Kreispostdirektionen nach bestimmten, nicht dokumentierten, Selektionskriterien aus den Altregistraturen in die Bibliothek transferiert. Auch engagierten sich in einigen Fällen in die Zentrale versetzte ehemalige Kreispostdirektoren für den Transfer alter Unterlagen zur Sicherung historisch wertvoller Einzelstücke. Der Bestand wurde in den 80er Jahren in Form von Formularen grob erfasst und signiert, zum Teil auch mit einem Bibliothekssystem elektronisch erfasst.
Der Bestand war weitgehend unsortiert. Deshalb wurde als erstes eine Bestandesübersicht vorgenommen und in einem zweiten Schritt die Zugehörigkeit der einzelnen Einheiten zu einer Provenienz bestimmt. Der Bündner Bestand umfasst dementsprechend die Gruppen Tagsatzungsperiode (KP-10 Tag, 1827-1849/50) und Bundesstaat (P-10). Die weitere Unterteilung der Zeit der Eidgenössischen Post erfolgte aufgrund der Chronologie der Registraturüberlieferung (ohne Registraturplan A 1849-1926, mit Registraturplan 1927-1935 B und 1936-1979 C).
Personelles:Im August 1849 löste die neue Kreispostdirektion die bündnerische Kantonalpostdirektion ab. Julius Caduff, seit 1832 Postdirektor, trat ab. Johann Baptist Bavier, bisheriger Präsident der Kantonalpostdirektion, übernahm das Amt des Oberpostinspektors bis 1850. Anton Stäger, der seit 1839 im kantonalen Postdienst arbeitete, wurde Kreispostdirektor und bekleidete dieses Amt bis 1889. J. Lorez wurde Kontrolleur und J. Rohner Kassier. Jakob Branger folgte Stäger als Kreispostdirektor bis 1914. Es folgten Meinrad Brütsch (1915-1924), J. U. Graf (1924-1939) und Gaudenz Schwarz (1939-1945).

Information on content and structure

Content:Ein Grossteil des Bestandes besteht aus registrierten Unterlagen, verzeichnet in ZAC2 P-10 B, P-10 C, P-10 D.
System of arrangement:Die Inhalte von Amtsbüchern sind in der Regel über zeitgenössische Register erschlossen. Wenn dies der Fall ist, ist dies vermerkt. Die Postführungsverträge sind sowohl als Vertragspapiere als auch teilweise als Kurzfassungen in den Kontrollen der Postführungsverträge enthalten. In den Kontrollmanualen sind die Verträge mit der Vertragsnummer verzeichnet (mit dieser kann der Vertrag im jeweiligen Konvolut gefunden werden) und nach Postkursen geordnet bzw. über ein Register erschlossen. Der restliche Bestand besteht hauptsächlich aus Quellen zum Rechnungs- und Personalwesen sowie aus Korrespondenzen zu Reise-, Brief- und Paketpost. Die Archivalien, die nicht als serielle Quellen gelten bzw. nicht über zeitgenössische Hilfsmittel erschlossen sind, sind auseinandergezogen und gemäss Klassifikation geordnet worden.
UD - Filing Plan position (Link):Postverwaltung Kreispostdirektionen 1850-1926 (virtuell) (Aktenplan)
Kreispostdirektionen 1927-1937 (real, angwandt) (Aktenplan)
GDPTT 1936-1979, inklusive Kreispostdirektionen (real, angewandt) (Aktenplan)
GDPTT01, 1980-1997, inklusive Kreispostdirektionen 1980-1997 (real, angewandt) (Aktenplan)
Abkürzungen im Bestand:KPD (Kreispostdirektion); GD (Generaldirektion).

Conditions of access and use

Access regulations:Die Bestände des PTT-Archivs unterliegen dem Bundesgesetz über die Archivierung. Unterlagen, die unter eine Sperrfrist fallen, können nach einem schriftlichen Antrag auf Entsperrung gegebenenfalls eingesehen werden. Die Unterlagen, die unter keine Sperrfrist fallen, sind für alle Interessierte nach einer vorherigen Anmeldung (www.mfk.ch/bestellungarchivalien.html) einsehbar.
Reproduction conditions:Es gilt die Benutzerordnung und Tarifliste des PTT-Archivs.
Language:Deutsch
Italienisch

Information on related materials

Related material:Zur Geschichte der Kreispostdirektion: Poststellenchronik, Post-199.
Biographien Kreispostdirektoren: Vers-008 Q 0003, Vers-008 Q 0001-1, Vers-008 Q 0001-2.
In der Sammlung Imobersteg befindet sich ein Dossier zu den Postkrusen im Postkreis Chur von 1858-1880: SAM-IM 0017:12.
Publications:Lenggenhager, Jakob: Beitrag zur Verkehrsgeschichte Graubündens mit besonderer Berücksichtigung des Postwesens, Thusis 1911 (S. 202ff). Ältere Darstellung der Graubündner Postgeschichte von der Mediation bis zur Tagsatzungszeit und der Zentralisierung des Postwesens im Bundesstaat. Die Darstellung beinhaltet unter anderem diverse Organisations- und Tarifreglemente der Post im Wortlaut, Taxen- und Tariftabellen, detaillierte Ausführungen zu Brief-, Paket- und Reisepost, Personalien, Organigrammen, kantonalen und internationalen Verträgen sowie Exzerpte solcher Verträge, Ertragsrechnungen von Postkursen, etc.
Handbuch der Bündner Geschichte (3 Bände und 1 Quellenband), Chur 2000. Neuere Darstellung der Postgeschichte, der dritte Band zum 19. und 20. Jahrhundert enthält Ausführungen zu Telefon und Telegraf sowie zum Postverkehrswesen in Graubünden, auch im Hinblick auf die Bedeutung dieser Wege als Transitachsen.
Verzeichnis der Ortstaxkreise des X. eidgenössischen Postkreises Chur. Chur 1862.
Schäfer, Richard: Der Briefpostverkehr Schweiz - Ausland 1459-1907, Reinach 1995.
Stäger, Anton (Oberpostdirektor): Die eidgenössische Post, in: Politisches Jahrbuch der schweizer. Eidgenossenschaft 1910, S. 3ff. Zur Organisation der Kreispostdirektionen ab 1849 allgemein.
Stäger, Anton: Postalische Gedenkblätter. Bern 1889.
Vgl. auch Sammlung der Postverträge St. Gallen aus dem Staatsarchiv St. Gallen, 3 Bände, 1996 (in Archivbibliothek BG 0359 bis BG 0361)
Das Postauto in Graubünden, Zürich 1967.
Gebert, Karl: Die Poststempel des Kantons Graubünden 1850-1965: Ab Einrichtung der Eidgenössischen Post bis zur Einführung Postleitzahlen. Ebnat-Kappel 1991.
Marxer, Alfons: Die Geschichte des Postamtes Balzers. Vaduz 1975.
Gartmann, Joos: Die Pferdepost in Graubünden. Disentis 1985.
Arbeitsgruppe des Philatelisten-Vereins Rätia (Chur): Stempelwerk Graubünden: Stadt Chur. Chur 1983.
Obrecht, C.: Die Poststempel des Kantons Graubünden von 1850 bis 1882. 1929.
Rüegg, Emil: Die Anwendung der Postverträge, Tarife und Verordnungen 1727 - 1851 (Schriftenreihe Schweizerische Postgeschichte). Reinach 2001.
Lenggenhager, Jakob: KPD Chur: Beitrag zur Verkehrsgeschichte Graubündens. Chur 1911.
Minsch, Hans: Das Talglicht: Die Verkehrsgeschichte Graubündens: Werdegang der Post und Eisenbahn im kaleidoskopischen Wechsel sowie buntes Allerlei. Chur 1980.
 

Descriptors

Entries:  Graubünden (Orte\G)
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://pttarchiv.mfk.ch/detail.aspx?ID=95963
 

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