P-05 ABCD Kreispostdirektion Basel, 1849-1997 (Bestand)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:P-05 ABCD
Ref. code AP:P-05 ABCD
Title:Kreispostdirektion Basel
Creation date(s):1849 - 1997
Contains:Ein Grossteil des Bestandes besteht aus registrierten Unterlagen, verzeichnet in ZAC2 P-05 B, P-05 C, P-05 D.

Die grösste Dynamik bezüglich der Errichtung oder dem Aufstieg von Poststellen verzeichnet der V. Postkreis bis in die Mitte der 1870er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte dann im Zuge des Ausbaus des Eisenbahnnetzes eine weitere Welle von Neugründungen bzw. Verlegungen von Poststellen in die Bahnhöfe; auch die Leitung von Postkursen wurde vom anwachsenden Eisenbahnverkehr beeinflusst. In den 1880er Jahren läuft die Bewegung zur Gründung neuer Postablagen auf dem Lande aus. Andererseits erforderte das Wachstum der Stadt Basel in den 1890er Jahren und im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Gründung einer Reihe von Filialpostbüros.
Das Postwesen in der Stadt Basel war bedeutsam auch wegen seiner Verbindungen ins Ausland, insbesondere nach Deutschland und den „Nordländern“ allgemein. Das Auswechslungsamt Basel 2 (mit Überseeabteilung) tritt in diesem Zusammenhang hervor (Geschichte der Schweizerischen Post 1849-1949, II, S. 124f.)
Im Jahre 1878 übernahm das Pakettransitbüro am Badischen Bahnhof den Paketaustausch mit Deutschland (Akten zu Gebäude und Neubauten, Auswechselverfahren und Zollfragen erhalten); der Verkehr mit dem Elsass, Frankreich, Belgien, Grossbritannien wurde in einer neuen Postfiliale am Centralbahnhof abgewickelt (Akten zu Gebäude erhalten). Letztere Poststelle wurde 1907 in das Pakettransitbüro Basel 15 umgewandelt. Ab 1913 sind beide Auswechslungsämter unter dem Namen Basel 17 in einem Neubau beim SBB Bahnhof vereinigt (Akten zu Gebäude erhalten etc). Vor dem II. Weltkrieg gehörte Basel 17 zu den wichtigsten Paketauswechselstellen der Schweiz. Mit der Aufteilung Deutschlands verlor diese Auswechslungsstelle grosse Teile ihres früheren Verkehrs (Geschichte der Schweizerischen Post 1849-1949, II, S. 124-5).
Basel war ebenfalls der Sitz der Messageries Anglo-Suisse, welche seit 1886 Beziehungen zur eidgenössischen Post unterhielten; sie vermittelten den Stückverkehr nach den Niederlanden, Grossbritannien, Spanien, Portugal, den USA, Kanada und Ägypten. Weitere Vermittlungsfirmen waren in Basel angesiedelt (Geschichte der Schweizerischen Post 1849-1949, II, S. 125-6). Die Messageries Anglo-Suisse spielten eine bedeutende Rolle bei der Versorgung der Auslandsschweizer mit Nahrungsmitteln während des I. Weltkrieges. (PAA 00538:06, PAA 00539:12, PAA 00539:31). Während dieser Zeit war Basel auch Zentrum für die Beförderung der Kriegsgefangenenpost mit einem eigenen Postbüro (PAA 00539:25, PAA 00539:28-30, PAA 00539:32-33).
Die Geschäftskontrolle 1912-30 ist erhalten (s.o.), ebenso die Jahresberichte 1850-74 (PAA 00660:01-25).
Level:Bestand
Former reference codes:PAA

Information on extent

Running meters:122.00
Archival Material Types:Dossiers

Information on context

Name of the creator / provenance:Kreispostdirektion Basel
Administration history:Mit der neuen Bundesverfassung 1848 wurde das kantonale Postregal an den Bund übertragen. Ab 1849 wurden die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Solothurn als V. Postkreis geführt. Einige Amtsbezirke und Gemeinden wurden dem III. (Bern) oder VI. Postkreis (Aarau) zugeteilt, wie auch der V. Postkreis für einige Ortschaften, die nicht in den genannten Kantonen liegen, zuständig war.

Der Bestand zur Geschichte der Basler Post umfasst Archivalien von 1541 bis 1979. Zum 17. Jahrhundert, insbesondere zur erstmaligen Verpachtung des Postregals 1675, sind keine Archivalien vorhanden. Bis zur Verstaatlichung der Post 1832 enthält das Archiv insbesondere Akten staatlicher Provenienz, also keine Akten der privat geführten Postverwaltung. Das Spektrum der Archivalien erweitert sich mit der Übernahme der Postregie durch den Staat (1849), besonders um die Themen Personal und Rechnungswesen. Thematisch reichen die Archivalien tiefer als zuvor in die alltägliche postalische Administration hinein. Dokumentiert ist die staatliche Kontrolle und später auch staatliche Postregie einerseits mit Manualen (seit Anfang des 18. Jahrhunderts), die meist den ausgehenden Geschäftsverkehr und die Sitzungsprotokolle (zum Teil auch in separaten Bänden geführt) dieser Gremien enthalten, und andererseits mit dem eingehenden Geschäftsverkehr (Akten).
Verwaltungsstruktur:Die Verwaltung des V. Postkreises oblag der Kreispostdirektion (KPD), die ein Postdirektor leitete. Im Jahre 1929 wurden die KPDs in zwei Gruppen - I. und II. Klasse eingeteilt. Bei diesem Prozess wurde die KPD Basel der II. Klasse zugeteilt. Anfang 1945 wurde die KPD Basel dann in die I. Klasse gehoben. Die Kreispostdirektion war in die drei Unterabteilungen Kanzlei, Kasse und Kontrolle unterteilt. Dem Postdirektor waren Adjunkte, Kassiere, Kontrolleure und Bürochefs, Dienstchefs, Gehilfen, Kommisse und Angestellte untergeordnet. Der Postbetrieb wurde von Büros (I., II. und III. Klasse), von rechnungspflichtigen und nicht rechnungspflichtigen Ablagen und Agenturen (schweizerische Poststellen im Ausland) besorgt. Ab 1929 gibt es bei den Kreisverwaltungen die Unterabteilungen Personal, Betrieb, Sekretariat, Material und Kontrolle. Büros I. Klasse waren Haupt- und Filialpostbüros, die vom Kreispostdirektor oder einem Postverwalter geführt wurden und in denen der Betriebsdienst von mehreren getrennten Dienstabteilungen besorgt wurde. Geleitet wurden sie von einem Büro- oder Dienstchef, diesen zugeordnet waren Unterbürochefs, Kommis und Angestellte. Die Büros II. Klasse waren Poststellen, die neben einem Vorstand noch mindestens einen festbesoldeten Beamten aufwiesen.
Die Büros III. Klasse waren jene mit einem festbesoldeten Beamten, dem Posthalter. Ablagen wurden an Orten mit wenig bedeutendem Verkehr eingerichtet und von einem Postablagehalter geleitet. 1927 erhielten die KPDs die Kompetenz der selbständigen Wahl ihrer Unterbeamten. Im Allgemeinen waren die Befugnisse der Kreispostdirektoren stets begrenzt, da die OPD sich in allen wichtigen Fragen den Entscheid vorbehielt (z.B. Neubauten, Errichtung von (PAA 00681:01).
Im Sommer 1911 erfolgte eine Inspektion der Kreispostkontrolle in Basel, welche auch für die Registratur zuständig war (PAA 00684:59). Im Inspektionsbericht wie auch der Antwort der KPD auf diesen kommen auch Stand und Genauigkeit der Registratur zur Sprache (3403.1 und 3403.20 Punkte 1 und 9; schon länger gefasster Plan die Führung des Archivs in eine Hand zu legen wegen des Postumbaus verschoben, aber in Planung für 1.1.1912). Am Beginn des Jahres 1911 wurde überprüft, ob das neue Registratursystem in Basel korrekt umgesetzt wurde (PAA 00684:71). Die dadurch generierten Akten enthalten eine Beschreibung der Basler Registratur, des Archivplans mit 24 „Rubriken“, des alphabetischen Verzeichnisses / Sachenregister und der Eingangskontrolle. Bemängelt wird das Fehlen einer Geschäftskontrolle (soll „Register“ und „Journal“ ersetzen) und der Umfang der Überweisungskontrolle; vorgeschlagen wird die Umwandlung des alphabetischen Verzeichnisses / Sachenregisters in ein Orts-, Personen- und Sachenregister, eine zentralisierte Aufbewahrung der Akten und weitere Punkte. Weitere Konfliktpunkte zwischen KPD und OPD bestehen im Zeitpunkt der Versorgung der Akten, sowie deren dezentralen Aufbewahrung („ständige Akten“ bei betreffenden Beamten), Personalaufwand für neues und hergebrachtes Registratursystem (besteht seit 1854, s. PAA 00686:03 3.8). Diese Überprüfung des Registratursystems in Basel zeigt direkte Konsequenzen: ab 1912 besteht eine Geschäftskontrolle (in neuer Form) (1912-1930, PAA 00597-PAA 00651 sowie PAA 00652-PAA 00659) und am 1.1.1912 wird ein neues Registratursystem eingeführt (Ablage erfolgt statt unter betreffender Poststelle nun unter Thema). Der dadurch verursachte Mehraufwand machte die Einstellung eines weiteren Beamten zur Verwaltung der Akten notwendig (PAA 00684:71, PAA 00686:03 3.8). Damit einher ging auch zumindest ein Umzug der Registratur (in das Vorzimmer der Kreispostdirektion, dann in Räume 57 und 59). Von 1912 bis 1936/7 laufen Register und Inventare (wohl entwickelt aus oben genannten Sachenregister): Orts- und Sachregister 1912-1936 (PAA 00540:06); Notizen über die Basler Postgebäude
(PAA 00540:07); Notizen über Postführungen, Autokurse, Postbüros.
Archival history:Der gesamte PAA-Bestand gelangte ab den 1950er Jahren nach und nach als Sammlungsgut in die PTT-Bibliothek, zuletzt Bibliothek und Dokumentation (BID). Aufgrund der Initiative von einzelnen Bibliothekaren wurden die Bestände der Generaldirektion und der ehemaligen Kreispostdirektionen nach bestimmten, nicht dokumentierten, Selektionskriterien aus den Altregistraturen in die Bibliothek transferiert. Auch engagierten sich in einigen Fällen in die Zentrale versetzte ehemalige Kreispostdirektoren für den Transfer alter Unterlagen zur Sicherung historisch wertvoller Einzelstücke. Nur der Bestand der KPD Basel ist nahezu vollständig abgeliefert worden. Der Bestand wurde in den 80er Jahren in Form von Formularen grob erfasst und signiert, zum Teil auch mit einem Bibliothekssystem elektronisch erfasst. Der Bestand war weitgehend unsortiert. Deshalb wurde als erstes eine Bestandesübersicht vorgenommen und in einem zweiten Schritt die Zugehörigkeit der einzelnen Einheiten zu einer Provenienz bestimmt. Unterschieden wurden die einzelnen kantonalen Postverwaltungen und deren Vorläufer sowie die späteren Kreispostdirektionen und die Generaldirektion in Bern. Die chronologischen Schnitte wurden entsprechend den Epochengrenzen der Schweizer Geschichte gelegt. Der Basler Bestand umfasst so die Gruppen Ancien Régime (AR-05, 1541-1797), Helvetik (H-01, 1798-1803), Mediation (KP-05 Med, 1803-1813), Tagsatzungsperiode (KP-05 Tag, 1814-1848) und Bundesstaat (P-05). Die weitere Unterteilung der Zeit der Eidgenössischen Post erfolgte aufgrund der Chronologie der Registraturüberlieferung: Ohne Registraturplan A 1849-1926, Registraturplan 1927-1935 B, 1936-1979 C und 1980-1997 D.
Personelles:Kreispostdirektoren:
Johannes Bernoulli, 1849-1853
Johannes Maurer, 1853-1902
Mathias Jenny, 1902-1907
Fritz A. Lichtensteiger, 1907-1929
Martin Jegge, 1929-1932
A. Dietiker, 1932-1940
H. Richner, 1941-1948
Ernst Meister, 1966
Hans Dürr, 1981
Max Hintermann, 1987
Urs Walz, 1996-1997

Information on content and structure

Content:Ein Grossteil des Bestandes besteht aus registrierten Unterlagen, verzeichnet in ZAC2 P-05 B, P-05 C, P-05 D.
System of arrangement:Die innere Ordnung wurde vom Archiv beibehalten. Es erfolgte lediglich eine Übernahme in den virtuellen Aktenplan.
UD - Filing Plan position (Link):Postverwaltung Kreispostdirektionen 1850-1926 (virtuell) (Aktenplan)
Kreispostdirektionen 1927-1937 (real, angwandt) (Aktenplan)
GDPTT 1936-1979, inklusive Kreispostdirektionen (real, angewandt) (Aktenplan)
GDPTT01, 1980-1997, inklusive Kreispostdirektionen 1980-1997 (real, angewandt) (Aktenplan)
Abkürzungen im Bestand:KPD (Kreispostdirektion); GD (Generaldirektion).

Conditions of access and use

Access regulations:Die Bestände des PTT-Archivs unterliegen dem Bundesgesetz über die Archivierung. Unterlagen, die unter eine Sperrfrist fallen, können nach einem schriftlichen Antrag auf Entsperrung gegebenenfalls eingesehen werden. Die Unterlagen, die unter keine Sperrfrist fallen, sind für alle Interessierte nach einer vorherigen Anmeldung (www.mfk.ch/bestellungarchivalien.html) einsehbar.
Reproduction conditions:Es gilt die Benutzerordnung und Tarifliste des PTT-Archivs.
Language:Deutsch
State of preservation:2

Information on related materials

Related material:Biographien und Fotos, Vers-008 Q 0001-1,2.
Zur Geschichte der Kreispostdirektion: Poststellenchronik, Post-199.
In der Sammlung Imobersteg befinden sich mehrere, thematisch unterschiedliche Dossiers mit Akten aus der KPD Basel: SAM-IM 0004:07, SAM-IM 0005:02, SAM-IM 0005:03, SAM-IM 0006:12.
Publications:Zur Postgeschichte Basels vor der Gründung des Bundesstaates:
Baumann, Carl, Das Postwesen in Basel, 1927. (BS 0832)
Buser, Jakob, Das Basler Postwesen vor 1849, 1903. ((+A-..62)
Moser, Marc, Das Basler Postwesen Bd. 2, Die Geschichte des fürstbischöflichen Post- und Botenwesens - Das städtische Botenwesen 1. Teil / 1360-1450, 1971. (+A-.211-...6)
Moser, Marc, Das Basler Postwesen Bd. 2, Das Botenwesen im Basler Lehensgebiet Olten, 1972. (+A-.211-...6)

Zur Solothurner Postgeschichte (bis 1832/33 zur Fischer-Post gehörend):
von Burg, Hans, Geschichtliches über das solothurnische Postwesen vor 1848, in: Solothurner Monatsblatt 1913. (+A-..53-..13)
Vgl. auch Klöti/Ryhiner, Bericht über das Postwesen in Helvetien, 1793, Solothurn.
Hüttner, G. F.: Brieftaxen in Solothurn. Leipzig 1847 (Beiträge zur Kenntnis des deutschen Postwesens Bd. 1).
Instruktion für den Botendienst des Kantons Solothurn. Solothurn 1848.
Ochsenbein, A., Die Entwicklung des Postwesens der Republik Solothurn 1442-1849, Solothurn 1925. (+A-..70)
Jenny, Fritz, Die Post im alten Solothurn. Solothurn 1923 (BK 0522)
Amacher, Urs (Bearb.), Die vorphilatelistische Briefsammlung Büttikofer in der Zentralbibliothek Solothurn. Solothurn 2001. Museum

Zur Basler und Solothurner Postgeschichte seit der Gründung des Bundesstaates:
Das Basler Postwesen in den Kriegsjahren 1914-1916 (Aq-11, PAA 00547:01-02, 05).
Das Basler Postwesen in den Kriegsjahren 1917-1919 (PAA 00540:03, PAA 00547:03-04).
Bonjour, Ernest (Oberpostinspektor), Geschichte der Schweizerischen Post 1849-1949, Bern 1949.
Centralkommission für schweizerische Landeskunde (Hg.): Bibliographie der Schweizerischen Landeskunde. Post- und Telegraphenwesen, zusammengestellt von der Schweizerischen Oberpostdirektion. Bern 1895. (MD 0828)
Gelb bewegt: die Schweizerische Post ab 1960, hrsg. von der Schweizerischen Post, Bern, 2011.
Einige Angaben zur Postgeschichte von Solothurn, in: KPD-Information: Betriebsinternes Informationsblatt der Kreispostdirektion Basel - Basel, 2, 1982. (QB 02009)
Ochsenbein, A. Dr., Die Entwicklung des Postwesensder Republik Solothurn 1442 - 1849, 1925. (+A-..70)
Polivka, Heinz, Basler Postgeschichte, 2006. (FC 2039)
Richner, H., 1941-1948
Stäger, A. (Oberpostdirektor), Die eidgenössische Post, in: Politisches Jahrbuch der schweizer. Eidgenossenschaft 1910, S. 3ff.
Verhandlungen der Bundescommission über das Postwesen. Artikel zur Gründung der Eidgenössischen Post in der NZZ, enthält Beschreibung der Verhältnisse bei den Kantonalen Posten. In: Hüttner, G. F.: Beiträge zur Kenntnis des Postwesens. Zweiter Jahrgang. Leipzig 1848, S. 249-251.
Walz, Urs, Historische Entwicklung der Post in Basel, in: PTT-Union 1991 Nr. 42, S. 8-9. (QB 22926)
 

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End of term of protection:12/31/2027
Permission required:Keine
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Accessibility:Öffentlich
 

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