P-05 A_PAA 00374-09083 Kreispostdirektion Basel, 1850-1940 (Teilbestand)

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Ref. code:P-05 A_PAA 00374-09083
Ref. code AP:P-05 A_PAA 00374-09083
Title:Kreispostdirektion Basel
Creation date(s):1850 - 1940
Contains:Ein Teil der Akten stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, diese Dossiers werden teils explizit als "Kriegsakten" bezeichnet. Dies sind Akten betreffend den grenzüberschreitenden Postverkehr, die Feldpost und die Kriegsgefangenenpaketpost.
Die übrigen Akten sind Geschäfts- und Personalakten der KPD Basel im Zeitraum von 1850 bis 1940. Ein Grossteil dieser Unterlagen betrifft den Bereich Personal: Disziplinarfälle, Austritte und Eintritte, Prüfungen, Lehrlinge, Arbeitgesetz, Dienst- und Arbeitsorganisation aufgrund von Umstrukturierungsmassnahmen (z.B. Einstellung des Sonntagsbestelldienstes), Kriegsteuerungszulagen, Militärdienst des Postpersonals. Daneben gibt es weitere Themenbereiche:
Immobilien: Umzüge, Um-/ Neubauten, Mietzinse etc.
Postkurse: Einstellung bzw. Einführung einzelner Linien, Postführungsverträge mit Pferdehaltern, Einführung des Automobilverkehrs auf einzelnen Strecken, Fahrplanänderungen.
Postverkehr mit dem Ausland: Kriegsgefangenenpost ist ein grosses Thema, Kostenvergütungen zwischen der Schweizerischen und ausländischen Postverwaltungen, Zollgesetz, Postregal, Überseeverkehr.
Rechnungswesen und Geldverkehr: Inspektionen über Kassenführung von Poststellen.
Poststellen: Zustelldienstverhältnisse.

Die Akten des V. Postkreises stellen auch eine gute Quelle für Untersuchungen im Bereich der Sozialgeschichte dar (Unterlagen zu Krankheitsausfällen, Disziplinarfällen, genaue Angaben zu familiärem und gesundheitlichen Hintergrund der Bewerber für Lehrlingsstellen, Korrespondenz mit Personalverbänden, Problematik von Konflikten zwischen liberalem und konservativem Lager vor dem 1. Weltkrieg). Die „Kriegsakten“ zum 1. Weltkrieg allgemein (PAA 00538:01 - PAA 00539:33) beleuchten das Engagement der KPD Basel zugunsten ihrer Mitarbeiter in Bezug auf Nahrungsmittelzuteilungen (Brotkarten etc.). Auch zum Landesstreik und dessen Einfluss auf die Post sind Akten erhalten (PAA 00540:01-05).
Auch Aspekte der Verkehrs- und Technikgeschichte können mit Hilfe des Bestandes der KPD Basel (Stempel- und Frankiermaschinen, Einsatz von Automobilen etc.) beleuchtet werden.

Die Akten in den Dossiers sind fast immer chronologisch geordnet, auch wenn im Datenbankeintrag dies nicht explizit festgehalten ist.
Sperrfristen für Personalakten sind 50 Jahre, für Sachakten 30 Jahre.
Level:Teilbestand
Former reference codes:PAA

Information on extent

Running meters:27.63
Archival Material Types:Dossiers
Bände
Blätter
Fotos
Pläne

Information on context

Name of the creator / provenance:Kreispostdirektion Basel
Administration history:Mit der neuen Bundesverfassung 1848 wurde das kantonale Postregal an den Bund übertragen. Ab 1849 wurde die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Solothurn als V. Postkreis geführt. Einige Amtsbezirke und Gemeinden wurden dem III. (Bern) oder VI. Postkreis (Aarau) zugeteilt, wie auch der V. Postkreis für einige Ortschaften, die nicht in den genannten Kantonen liegen, zuständig war.
Die Verwaltung des V. Postkreises oblag der Kreispostdirektion (KPD), die ein Postdirektor leitete.
Verwaltungsstruktur:Organisation 1849-1910:
Verwaltungsdienst
Kursbureau
Kreiswertzeichenbureau
Kreispostkasse (ab 1873)

Organisation 1910-1927:
Kanzlei
Kasse
Kontrolle
Archival history:Der gesamte PAA-Bestand gelangte ab den 1950er Jahren nach und nach als Sammlungsgut in die PTT-Bibliothek, zuletzt Bibliothek und Dokumentation (BID). Aufgrund der Initiative von einzelnen Bibliothekaren wurden die Bestände der Generaldirektion und der ehemaligen Kreispostdirektionen nach bestimmten, nicht dokumentierten, Selektionskriterien aus den Altregistraturen in die Bibliothek transferiert. Auch engagierten sich in einigen Fällen in die Zentrale versetzte ehemalige Kreispostdirektoren für den Transfer alter Unterlagen zur Sicherung historisch wertvoller Einzelstücke. Nur der Bestand der KPD Basel ist nahezu vollständig abgeliefert worden. Der Bestand wurde in den 1980er Jahren in Form von Formularen grob erfasst und signiert, zum Teil auch mit einem Bibliothekssystem elektronisch erfasst. Der Bestand war weitgehend unsortiert. Deshalb wurde als erstes eine Bestandesübersicht vorgenommen und in einem zweiten Schritt die Zugehörigkeit der einzelnen Einheiten zu einer Provenienz bestimmt. Unterschieden wurden die einzelnen kantonalen Postverwaltungen und deren Vorläufer sowie die späteren Kreispostdirektionen und die Generaldirektion in Bern. Der Basler Bestand umfasst so die Gruppen Ancien Régime (AR-05, 1541-1797), Helvetik (H-01, 1798-1803), Mediation (KP-05 Med, 1803-1813), Tagsatzungsperiode (KP-05 Tag, 1814-1848) und Bundesstaat (P-05). Die weitere Unterteilung der Zeit der Eidgenössischen Post erfolgte aufgrund der Chronologie der Registraturüberlieferung: Ohne Registraturplan A 1849-1926, Registraturplan 1927-1935 B, 1936-1979 C und 1980-1997 D.

Jede KPD führte eine eigene Altregistratur gemäss den Instruktionen der Generaldirektion, die aber unterschiedlich angewandt wurden. Eine Basler Registratur eigener Prägung bestand zwischen 1854 und 1912 (s. s. PAA 00686:03 3.). In dem Bestand des V. Postkreises lässt sich ein Bruch 1905-6 feststellen. Die Akten vor 1905 betreffen primär die Organisation und geographische Grenzen des Postkreises, die Errichtung oder Klassifizierung von Poststellen, Bau- und Umbauten sowie Mieten, die Einrichtung bestimmter Postkurse (bes. mit Hinblick auf die Eröffnung der Eisenbahnstrecken, den Einfluss dieser Entwicklung auf Postkurse und -bauten), den Postverkehr ins Ausland (bes. nach Deutschland über das Pakettransitbüro Basel 17 im Badischen Bahnhof). Unter PAA 00540:09 findet sich ein Inventar aller Akten der KPD Basel 1849-1905; nicht alle aufgeführten Akten sind noch vorhanden.
Ab 1906 kommen hinzu: Unterlagen betreffend das Personal (Wahlen, Beförderungen, Entlassungen, Lehrlinge, Krankheiten, Disziplinarfälle etc.), Unfälle, Diebstahl, Haftpflicht und Inspektionen der Poststellen.
Es scheint, dass dieser Bruch in Verbindung steht entweder mit dem Umzug von Postabteilungen in den erwähnten Neubau Basel 2 an der Centralbahnstrasse 1908 oder mit der Einführung einer neuen Registratur mit zentralem Archiv 1912. Wahrscheinlich anlässlich dieses Umzugs wurde das Inventar der Akten 1849-1905 erstellt (zwischen 1905 und 1908), bevor besonders Akten betreffend Personal, Material, Unfällen und Haftpflicht kassiert wurden.
Im Jahre 1910 instruierte die OPD die KPDs bezüglich der Registratur der Akten: alle ein- und ausgehenden Korrespondenzen der KPDs sollten registriert werden, beiliegend zur Anweisung ist ein Archivplan (PAA 00681:01).
Im Sommer 1911 erfolgte eine Inspektion der Kreispostkontrolle in Basel, welche auch für die Registratur zuständig war (PAA 00684:59). Im Inspektionsbericht wie auch der Antwort der KPD auf diesen kommen auch Stand und Genauigkeit der Registratur zur Sprache (3403.1 und 3403.20 Punkte 1 und 9; schon länger gefasster Plan die Führung des Archivs in eine Hand zu legen wegen des Postumbaus verschoben, aber in Planung für 1.1.1912).
Am Beginn des Jahres 1911 wurde überprüft, ob das neue Registratursystem in Basel korrekt umgesetzt wurde (PAA 00684:71). Die dadurch generierten Akten enthalten eine Beschreibung der Basler Registratur, des Archivplans mit 24 „Rubriken“, des alphabetischen Verzeichnisses / Sachenregister und der Eingangskontrolle. Bemängelt wird das Fehlen einer Geschäftskontrolle (soll „Register“ und „Journal“ ersetzen) und der Umfang der Überweisungskontrolle; vorgeschlagen wird die Umwandlungalphabetischen Verzeichnisses / Sachenregisters in ein Orts-, Personen- und Sachenregister, eine zentralisierte Aufbewahrung der Akten und weitere Punkte. Weitere Konfliktpunkte zwischen KPD und OPD bestehen im Zeitpunkt der Versorgung der Akten, sowie deren dezentralen Aufbewahrung („ständige Akten“ bei betreffenden Beamten), Personalaufwand für neues und hergebrachtes Registratursystem (besteht seit 1854, s. PAA 00686:03 3.8).
Diese Überprüfung des Registratursystems in Basel zeigt direkte Konsequenzen: ab 1912 besteht eine Geschäftskontrolle (in neuer Form) (1912-1930, PAA 00597-PAA 00651 sowie PAA 00652-PAA 00659) und am 1.1.1912 wird ein neues Registratursystem eingeführt (Ablage erfolgt statt unter betreffender Poststelle nun unter Thema). Der dadurch verursachte Mehraufwand machte die Einstellung eines weiteren Beamten zur Verwaltung der Akten notwendig (PAA 00684:71, PAA 00686:03 3.8). Damit einher ging auch zumindest ein Umzug der Registratur (in das Vorzimmer der Kreispostdirektion, dann in Räume 57 und 59).
Von 1912 bis 1936/7 laufen Register und Inventare (wohl entwickelt aus oben genannten
Sachenregister):
- Orts- und Sachregister 1912-1936 (PAA 00540:06)
- Notizen über die Basler Postgebäude (PAA 00540:07)
- Notizen über Postführungen, Autokurse, Garagen, Güterdienst und Reisendentaxen 1912-1937, 1938-1945 (1946) (PAA 00540:08)
Abliefernde Stelle:Kreispostdirektion Basel
Personelles:Kreispostdirektoren:
Johannes Bernoulli, 1849-1853
Johannes Maurer, 1853-1902
Mathias Jenny, 1902-1907
Fritz A. Lichtensteiger, 1907-1929
Martin Jegge, 1929-1932
A. Dietiker, 1932-1940
H. Richner, 1941-1948
Ernst Meister, 1966
Hans Dürr, 1981
Max Hintermann, 1987
Urs Walz, 1996-1997

Information on content and structure

Content:Sozialgeschichtliche Aspekte: Einblick in amtsinternen Umgang mit Beschwerden und Sanktionierung von Postangestellten, Postbüros als Stätten gegenseitiger Überwachung und Kontrolle, „Fichierung“ von Angestellten sowie Geschäftskunden, Postbüros als Spiegel politischer Differenzen innerhalb einer Gemeinde.
Betriebliche Umstrukturierungen aus wirtschaftlichen Gründen im Kontext des Ersten Weltkriegs: Einschränkungen im Postbetrieb (z. B. Einstellung des Sonntagsbestelldienstes, Streichung von Postkursen). Zahlreiche gekündigte Postführungsverträge bzw. höhere Lohnforderungen von Postpferdehaltern, bedingt durch hohe Futterpreise während der Kriegsjahre, Einblicke in diesen Lohnaushandlungsprozess zu Zeiten grossen Spardrucks.
Militärdienst des Postpersonals und Auswirkungen der Beamtenbeschränkung auf Arbeitsbedingungen von Aspiranten, versetzbaren Postcommis und Aushilfskräften.
Direkte Auswirkungen des Kriegs auf das Postwesen: Statistiken und ausführliche Berichte in den „Kriegsakten“, Bewältigung der Kriegsgefangenen- und Feldpost, Einblicke in Notfallpläne der Postverwaltung (Geheimbefehle zur Räumung für den Kriegsfall).
Neuerungen im Postwesen: Einführung des Automobilbetriebs auf ausgewählten Strecken, Verleihung von Kraftwagen-Konzessionen an private Automobilgesellschaften (konträr dazu Benzinknappheit wegen Krieg), Aushandlungsprozesse mit den jeweiligen Gemeindebehörden. Aufgrund der Benzinknappheit während des Zweiten Weltkrieges gab es viele Fahrplänänderungen und -kürzungen.
Anfang der 1920er Jahre tritt vermehrt Alkoholismus als Dienstvergehen auf.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden vermehrt Frauen als Unterbeamte eingestellt, da die Männer in den Militärdienst eingezogen wurden.
Wirtschaftsgeschichte: Anhand von Verkehrsstatistiken lässt sich die Anzahl versendeter Briefe und Pakete eruieren. Anhand von Zustelldienstverhältnissen lässt sich feststellen wie stark einzelne Poststellen frequentiert sind. Weitere Informationen lieferen Pläne und Offerten zu Bau von neuen Poststelle sowie der Mietzins der Postgebäude.

Besondere Dokumente sind in: T:\Archiv\Bestandsverwaltung\Erschliessung\Ideenpool_Quellenköniginnen (Stand 2013) verzeichnet. Die Auswahlkriterien für die Archivköniginnen sind: Das Dokument kann optisch schön sein, oder einen interessanten Inhalt haben. Hier einige Beispiele: P-05 A_PAA00708:01 (Kindsleiche in Kriegsgefangenenpaket), P-05 A_PAA 00711:07 (Dienstvergehen), P-05 A_PAA 00774:07 (Vermisste Wertpakete zwischen Verviers und Genf) und P-05 A_PAA 00829:01 (Luftpost).
System of arrangement:Die innere Ordnung wurde vom Archiv beibehalten. Es erfolgte lediglich eine Übernahme in den virtuellen Aktenplan. Die Verkehrsstatistiken bekamen aufgrund ihres Formates eine Q-Signatur.
UD - Filing Plan position (Link):Postverwaltung Kreispostdirektionen 1850-1926 (virtuell) (Aktenplan)
Kreispostdirektionen 1927-1937 (real, angwandt) (Aktenplan)
GDPTT 1936-1979, inklusive Kreispostdirektionen (real, angewandt) (Aktenplan)
Abkürzungen im Bestand:KPD (Kreispostdirektion); GD (Generaldirektion); OPD (Oberpostdirektion)

Conditions of access and use

Access regulations:Die Bestände des PTT-Archivs unterliegen dem Bundesgesetz über die Archivierung. Unterlagen, die unter eine Sperrfrist fallen, können nach einem schriftlichen Antrag auf Entsperrung gegebenenfalls eingesehen werden. Die Unterlagen, die unter keine Sperrfrist fallen, sind für alle Interessierte nach einer vorherigen Anmeldung (www.mfk.ch/bestellungarchivalien.html) einsehbar.
Reproduction conditions:Es gilt die Benutzerordnung und Tarifliste des PTT-Archivs.
Language:Deutsch
Französisch
Italienisch
Englisch
State of preservation:2

Information on related materials

Related material:Biographien und Fotos in: Vers-008 Q 0001-1,2, Post-168 A 002.
Zu den Kreispostdirektoren (1960-1997) siehe Personentafel in: Gelb bewegt : die Schweizerische Post ab 1960 / hrsg. von der Schweizerischen Post; Gesamtleitung: Walter Knobel, Bern : Stämpfli, 2011.
Zur Geschichte der Kreispostdirektion: Poststellenchronik, Post-199.
Publications:Siehe Bibliographie im Vorwort Bestand.

Additional comments

Comments:Bei Sprachen auch Holländisch.
 

Usage

End of term of protection:12/31/1970
Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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URL: http://pttarchiv.mfk.ch/detail.aspx?ID=80
 

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