KTD Kreistelefondirektionen / Fernmeldedirektionen, 1852-1997 (Abteilung)

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Title:Kreistelefondirektionen / Fernmeldedirektionen
Creation date(s):1852 - 1997
Level:Abteilung

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Administration history:Mit der Gründung einer zentralen Telegraphenverwaltung wurden 1852 (1) vier Telegrapheninspektionskreise Lausanne (Kantone Genf, Waadt, Wallis, Freiburg, Neuenburg), Zofingen (Kantone Bern, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau, Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden), St. Gallen (Kantone Zürich, Zug, Schaffhausen, Thurgau, Glarus, St. Gallen, Appenzell) und Bellinzona (Kantone Uri, Tessin, Graubünden) geschaffen. (2) Mittelpunkt des schweizerischen Telegrafennetzes war Zofingen; von da aus nahmen ab dem 5. Dezember 1852 vier Haupt- und eine Anzahl Nebenlinien ihren Betrieb auf. Bei Eröffnung gab es 27 Telegrafenbüros in der Schweiz. (3) 1866 entschied die Verwaltung, die bisherigen vier Telegrapheninspektionskreise zu reorganisieren und auf deren sechs zu erweitern (Lausanne, Bern, Olten, Zürich, St. Gallen und Bellinzona). (4)
Die Raumeinteilung der regionalen Verwaltungseinheiten, den TT-Kreisen, basierte von Anbeginn nicht auf Kantons- oder politischen Grenzen, sonder ergab sich durch die gewachsene Netzgruppenstruktur der einzelnen Telegrafen- und späteren Telefonnetze in der Schweiz. Wichtige Knotenpunkte der technischen Anlagen und Kommunikationsstränge wurden meist auch zu regionalen Verwaltungszentren erhoben.

Ab 1880 wurden in der Schweiz die ersten Stadttelefonnetze in Betrieb genommen: als erstes jenes in Zürich durch die konzessionierte private Zürcher Telephongesellschaft, gefolgt von den eidgenössischen Stadtnetzen in Basel, Bern und Genf. (5)

Mit dem Bundesgesetz über die Organisation der Telegraphen- und Telephonverwaltung vom 16. Dezember 1907 wurden per 1. Januar 1909 die Zentralverwaltung in Obertelegraphendirektion mit einem Obertelegraphendirektor sowie die sechs Kreisinspektionen in Kreistelegraphendirektionen umbenannt. (6)

Nach dem Rücktritt des Obertelegraphendirektors standen die beiden Post- und Telegraf/Telefonverwaltungen per 16. August 1920 unter einem gemeinsamen Verwaltungschef: Der Oberpostdirektor amtete neu in Personalunion auch als Obertelegraphendirektor, wobei die Oberpostdirektion von der Obertelegraphendirektion organisatorisch weiterhin getrennt blieb. (7) Bis zum Inkrafttreten des Beamtengesetzes vom 30. Juni 1927 wurden weitere Verwaltungsbereiche der Post und der Telegrafie/Telefonie zusammengelegt und schliesslich per Ende Juni 1927 das Amt des Generaldirektors der Post- und Telegraphenverwaltung geschaffen. Obertelegraphendirektion und Oberpostdirektion blieben als Bezeichnungen erhalten. (8) Die Regionen der Telegraphenverwaltung hiessen 1920 noch "Kreistelegraphenverwaltung", ab 1938 "Telephondirektionen".

Mit Beschluss des Post- und Eisenbahndepartements vom 2. Mai 1938 wurden die bisherigen Kreistelegraphendirektionen durch die acht Telefondirektionen Zürich, Bern, Basel, Lausanne, St. Gallen, Genf, Luzern und Olten ersetzt. (9) In dieser Umbenennung spiegelt sich die gestiegene Bedeutung des Telefondienstes wieder, dessen Betriebsergebnis sich im Unterscheid zum Telegraf seit 1905 positiv entwickelte. (10) Bis 1952 kamen die Städte Bellinzona, Biel, Chur, Freiburg, Neuenburg, Rapperswil, Sitten, Thun und Winterthur dazu, womit die Anzahl der Telephondirektionen (später Fernmeldedirektionen) auf 17 stieg; diese Struktur blieb bis zum Ende der PTT per 31.12.1997 bestehen. (11) Die Befugnisse der Telefondirektionen umfassten: Zuständigkeit in Personalangelegenheiten, Ausgabenkompetenzen für Liegenschaften und Diensträume sowie Betriebsanlagen. Die Verwaltung und der Betrieb der Telefondirektionen gliederte sich in die drei Hauptabteilung: Verwaltungsdienst, Betriebsdienst und Baudienst. (12)

Per 1. Januar 1983 erfolgte die Umbenennung der bisherigen Kreistelefondirektionen (KTD) in Fernmeldekreisdirektionen (FKD) und entsprechend im französischen Sprachgebrauch von Direction d’Arrondissment des Téléphone (DAT) in Direction d’Arrondissment des Télécommunications (ebenfalls: DAT). (13)1994 erfolgte die Umbenennung der bisherigen Fernmeldekreisdirektionen in Fernmeldedirektionen resp. Telekommunikationsdirektionen sowie der Direction d’Arrondissment des Télécommunications in Direction des Télécommunications.

Die internationale Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte in den 1990er Jahren machte auch vor der Schweiz keinen Halt und zwang die PTT-Betriebe zur Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie. Die Folge war die Aufteilung der PTT per 31. Dezember 1997 in die beiden eigenständigen Bereiche Post- und Telekommunikationsdienste. Während der Postbereich als selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit seinen Postmonopolen in staatlicher Kontrolle und Verwaltung verblieb, wurde der Telekommunikationssektor als privatrechtliche Aktiengesellschaft teilprivatisiert (mit einer 51prozentigen Aktienmehrheit des Bundes) in den Markt entlassen. Bereits zum 1. Oktober 1997 wurde die Telecom PTT in Swisscom AG umgetauft und zum 1. Januar 1998 in die neue Rechtsform überführt. (14)
Diese Reform bewirkte auch die Auflösung der bestehenden regionalen Struktur der Fernmelde- resp. Telekommunikationsdirektionen.
Verwaltungsstruktur:Entwicklung der Verwaltungsbezeichnungen:
1852 Eidgenössische Telegraphenverwaltung / Telegrapheninspektionskreise
1854 Eidgenössische Telegraphendirektion / Kreisinspektorate
1880 Eidgenössische Telegraphen- und Telephonverwaltung
1909 Eidgenössische Obertelegraphendirektion (Obertelegraphenverwaltung) / Kreistelegraphendirektionen
1927 Eidgenössische Post- und Telegraphenverwaltung / Kreistelegraphendirektionen
1935 Schweizerische Post- und Telegraphenverwaltung
1936 Schweizerische Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung (PTT)
1938 Telephondirektion / Kreistelephondirektionen (KTD) / Direction d’Arrondissment des Téléphone (DAT)
1960 Schweizerische Post-, Telefon- und Telegrafen-Betriebe (PTT)
1983 Fernmeldekreisdirektionen (FKD) / Direction d’Arrondissment des Télécommunications (DAT)
1993 Telecom PTT (Die Post/La Poste/La Posta PTT)
1994 Fernmeldedirektionen (FD) / Telekommunikationsdirektionen (TD)/ Direction des Télécommunication (DT)
01.10.1997 Swisscom AG
31.12.1997 Auflösung der PTT-Betriebe
01.01.1998 Die Post / La Poste / La Posta (Die Schweizerische Post)

17 Kreistelefondirektionen / Fernmeldekreisdirektionen und ihre Netzgruppen (Stand 1997):
Basel: 061 Basel
Bellinzona: 091 Lugano, 092 Bellinzona, 093 Locarno, 094 Faido
Bern: 031 Bern, 034 Burgdorf, 035 Langnau
Biel/Bienne: 032 Biel, 065 Solothurn, 066 Delémont
Chur: 081 Chur, 082 St. Moritz, 083 Davos, 084 Scuol, 086 Ilanz
Fribourg: 037 Fribourg, 029 Bulle
Genève: 022 Genève
Lausanne: 021 Lausanne, 024 Yverdon, 025 Aigle
Luzern: 041 Luzern, 042 Zug, 043 Schwyz, 044 Altdorf, 045 Sursee
Neuchâtel: 038 Neuchâtel, 039 La Chaux-de-Fonds
Olten: 062 Olten, 063 Langenthal, 064 Aarau
Rapperswil SG: 055 Rapperswil, 058 Niederurnen
St. Gallen: 071 St. Gallen, 072 Weinfelden, 073 Will, 074 Wattwil, 075 Vaduz
Sion: 026 Martigny, 027 Sion, 028 Brig
Thun: 030 Zweisimmen, 033 Thun, 036 Interlaken
Winterthur: 052Winterthur, 053 Schaffhausen, 054 Frauenfeld
Archival history:Die einzelnen Archive der 17 Fernmeldedirektionen wurden im Nachgang der Auflösung der Telecom PTT durch die Swisscom AG ans Historische Archiv und Bibliothek PTT abgeliefert. Für einige Regionen erfolgte dies in den Jahren 1998/99, die Hauptmenge folgte ab 2001 anlässlich einer Änderung der Organisationsstruktur der Swisscom AG und der damit verbundene Veräusserung von Liegenschaften. Da sich in diesen ehemaligen Liegenschaften der Fernmeldedirektionssitze die Regionalarchive befanden, mussten die archivwürdigen Unterlagen gesichtet, bewertet und schliesslich ans PTT-Archiv abgeliefert werden. Mit der Umsetzung des Projekts Archivauflösung wurde Herr Roland Gusset von der Swisscom AG beauftragt.

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Access regulations:Die Bestände des Historischen Archivs und Bibliothek PTT unterliegen dem Bundesgesetz über die Archivierung. Für Unterlagen, die unter eine Schutzfrist fallen, kann ein Antrag auf Entsperrung gestellt werden. Die Unterlagen, die unter keine Schutzfrist fallen, sind für alle Interessierten nach einer vorherigen Anmeldung und unter Angabe der gewünschten Archivalien im Lesesaal einsehbar.
Reproduction conditions:Es gelten die Benutzerordnung und Tarifliste des Historischen Archivs und Bibliothek PTT.
Language:Deutsch
Französisch
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Information on related materials

Publications:Zürich: 01 Zürich, 056 Baden, 057 Wohlen(1) Die definitive Organisation der Telegraphenverwaltung wurde am 20. Dezember 1854 festgelegt. Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 1, Bern 1952-1962 (Bd. 1, 1952), S. 136.
Bundesratsbeschlüsse vom 11. Februar u. 16. April 1852. Vgl. Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1952-1962 (Bd. 3, 1962), S. 967-968 (Tabelle), u. Bd. 2 (1959), S. 847 ff. Ausführlich dazu ebd. Bd. 1 u. 2.Telegrapheninspektion Zürich: Der Telegraphen- und Telephonverkehr in Zürich. 1852-1880-1904, in: Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Eidg. Polytechnikums. Zweiter Teil: Die bauliche Entwicklung Zürichs in Einzeldarstellungen von Mitgliedern des Zürcher Ingenieur- und Architektenvereins, Zürich 1905, S. 270-272, hier S. 270.
Generaldirektion PTT(Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1962, S. 944, 967-968 (Tabelle).
100 Jahre Telefon in der Schweiz, Technische Mitteilungen der PTT 10 (1980). Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 2, Bern 1959, S. 102-230 u. 231 ff; Bd. 3 (1962), S. 944 f.
Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1962, S. 945.
Bonjour, Ernst: Geschichte der eidgernössischern Post. 1849-1949, 2 Bde., Bern 1949 (1949 I), S. 25 u. 48 ff.
Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1962, S. 946 f.
Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1952-1962 (Bd. 3, 1962), S. 976.
Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesenin der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1952-1962 (Bd. 3, 1962), S. 915.
Generaldirektion PTT (Hrsg.): Hundert Jahre elektrisches Nachrichtenwesen in der Schweiz. 1852-1952, Bd. 3, Bern 1952-1962 (Bd. 3, 1962), S. 957, 970-979 (Tabelle).
Kreistelefondirektion (KTD) Fribourg / Freiburg: Umbenennung Kreistelefondirektion (KTD) in Fernmeldekreisdirektion (FKD), Mitteilung vom 21.12.1982, Signatur: FC 2073.
Kling, Gudrun: Post und Telekommunikation zeigen Flagge. Teil 2: Vom Wappen-Logo zum Corporate Design, in: Weiss auf Rot. Das Schweizer Kreuz zwischen nationaler Identität und Corporate Design, hrsg. v. Elio Pellin u. Elisabeth Ryter, Zürich 2004, S. 161-169, hier S. 164 f.
 

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